Wie funktioniert ein Ionenfön?
Wer aufmerksam die Sortimente von Supermärkten und Versandhäusern betrachtet, wird ein Hochtechnologie-Gerät entdecken, welches wir hier einmal "Ionenfön" nennen wollen. Das uns vorliegende Gerät kam unten dem Namen "Haartrockner mit Ionentechnologie" in die Regale.
Glaubt man dem Text in der Betriebsanleitung, emmitiert dieser Fön negativ geladene Ionen, welches sich schützend um das feuchte Haar legen und außerdem das Wasser in kleinere Tröpfchen aufspalten. Das führe zu geschmeidigerem Haar und einer schnelleren Trocknung.
Um dem Geheimnis dieser Technologie auf die Spur zu kommen, war eine eingehende Untersuchung des Gerätes nötig. Leider wurden Schrauben verwendet, zu denen kein passender Dreher gefunden wurde. Rabiatere Methoden wurden nötig, um die Schrauben aus dem Fön zu entfernen.
Leider ging dem Akkuschrauber zwischendurch die Puste aus, sodass größeres Gerät zum Einsatz kam:
Schließlich gelang es dem Untersuchungspersonal, das Innere frei zu legen. Der erste Schritt war getan!
Augenblicklich vermuteten die Experimentatoren, welches Teil die Ionenquelle sein musste:
Kam wirklich ein "Ionenpinsel" zum Einsatz? Anhand der Verkabelung wurde dieser Vermutung nachgegangen!
Das vom Ionenschalter ausgehende, rote Kabel kann weiterverfolgt werden.
Trotz eines leider unscharf gewordenen Fotos ist zu erkennen, dass das rote Kabel zum Ionenpinsel (bzw. dem grünen Element davor) führt:
Die bewährte Methode "welches Kabel wackelt, wenn ich zupfe" bestätigt dies.
Es ist also klar: In diesem Fön kommt ein Ionenpinsel zum Einsatz! Dieser wurde weiter untersucht.
Widerstand wurde mit brutaler Gewalt gebrochen:
Das Innere der "Ionenpinselvorstufe" gibt Rätsel auf:
Auch die Beschriftung lüftet das Geheimnis nicht:
Die Experimentatoren erkannten schnell, dass minimalinvasive Methoden keine Erkenntnisse bringen würden:
Die Schnittstelle gibt erste Einblicke: Es handelt sich um ein Gebilde mit mehreren Schichten. Ein Metallkern ist umgeben von einem nicht näher definierten Material, welches wiederum von einem (mutmaßlich) Kupfermantel und erneut dem Material umgeben ist. Das "Füllmaterial" stellte sich in späteren Untersuchungen als nicht leitend heraus.
Ein anderer Querschnitt sollte mehr Aufschluss erbringen:
Neben weiterem Kupfer bemerkt man im linken Bereich ein Metallteil mit drei Ringen. Diesem galt unsere weitere Aufmerksamkeit. Wir stellten fest, dass das schwarze Kabel auf den ersten Blick dort hin führte, das Teil aber glatt verfehlte:
Myteriöser wird es durch einen weiteren Querschnitt der Ionenpinselvorstufe:
Hier erkennt man, dass wir durch unsere Eingriffe Transistoren in der Mitte zerteilt haben.
Insgesamt ist es uns nicht möglich, festzustellen, was diese Vorstufe genau macht. Wir bezweifeln jedoch, dass durch diesen Pinsel tatsächlich Ionen ausgestoßen und vor allem ausreichend beschleunigt werden, um irgendeine Wirkung entfalten zu können. Leider befindet sich der Fön nicht mehr in einem Zustand, dass man ihn zurückgeben könnte: